Pastellmalerei
Kraftvoll. Wild. Echt.
Was ist Pastellmalerei?
Pastellmalerei ist eine Mal- und Zeichentechnik, bei der reine Farbpigmente in Form von Kreiden oder Stiften direkt auf einen speziellen Malgrund aufgetragen werden. Die samtig-matte Oberfläche und die besondere Leuchtkraft der Bilder machen dieses Medium zu einer sehr beliebten Kunstform. Pastellmalerei existiert bereits seit dem 15. Jahrhundert und wurde bereits von Michelangelo und Raffael für Skizzenzeichnungen verwendet.
Im Gegensatz zur klassischen Öl- oder Acrylmalerei entstehen Pastelle, also mit Pastellen gemalte Bilder, nahezu unmittelbar und direkt. Die Farbpigmente werden ohne flüssiges Bindemittel auf den Malgrund aufgetragen und können durch Verblendungen bewegt werden. Durch die verschiedenen Formen und Härtegrade der Farbpigmente bietet die Pastellmalerei sehr viele Möglichkeiten und technische Ansätze, um strahlend leuchtende Kunstwerke zu erschaffen. Das ist die besondere Kraft und Ausstrahlung, was mich an diesem Medium so fasziniert. Pastellmalerei ist viel ursprünglicher, ehrlicher, direkter und letztlich auch lebendiger als andere Maltechniken.
Für meine Pastelle verwende ich die folgenden Materialien.
Malgrund
Zuerst braucht es einen Malgrund. Das ist die Oberfläche, auf der ein Bild gemalt wird. Die Struktur und die Farbe des Malgrunds beeinflusst die Wirkung des Bildes. Die bekanntesten Malgründe sind Leinwände oder Papier. Der Malgrund bei Pastellmalerei ist etwas ganz Besonderes. Weil Pastellkreiden so weich sind, wird ein raues Papier benötigt, auf dem die Farbpigmente haften bleiben. Für meine Pastelle verwende ich das Pastellpapier PASTELMAT® von der Firma Clairefontaine. Dieses hochwertige Papier ist säurefrei, licht- und alterungsbeständig und ist in vielen verschiedenen Größen und Farben verfügbar. Durch die besondere raue Oberfläche, welche an ein Gebirge mit Gipfel und Tälern erinnert, können mehrere Farbschichten übereinander gelegt werden. Außerdem bleiben die Farbpigmente an der rauen Oberfläche haften, weshalb ich in meinen Werken auf die Verwendung von Fixativen verzichte. Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb ich mich für den Verzicht von Fixativsprays entschieden habe. Der lackartige Überzug aus der Spraydose verändert den Charakter des Bildes. Meine Werke würden dadurch dunkler und weniger leuchtend wirken. Das primär von mir verwendete Pastellpapier hat die Maße 30 x 40 cm.
Farbpigmente
Auf den Malgrund werden die Farbpigmente in Form von Pastellkreiden oder -stiften direkt aufgetragen. Wegen des samtig weichen Charakters lassen sich Pastellfarben auf rauen Papieren gut miteinander vermischen. Dadurch sind zarte Farbübergänge möglich. Pastelle bestehen aus drei Inhaltsstoffen. Das Pigment, also pulverfein gemahlene Farbe, ist der Hauptbestandteil. Füllstoffe geben den Pastellen Volumen und beeinflussen die Farbe. Je mehr Füllstoffe beigesetzt werden, desto geringer ist die Farbintensität. Weiter dienen Bindemittel dazu, alle Inhaltsstoffe zusammenzuhalten. Pastellkreiden und -stifte besitzen verschiedene Härtegrade. Weiche Kreiden enthalten im Gegensatz zu härteren Kreiden nur wenig Bindemittel, was für eine stärkere Farbbrillanz sorgt. Neben Kreiden verwende ich in meinen Werken auch die etwas härteren Pastellstifte für die feinen Details. Bei der Auswahl der Farbpigmente lege ich großen Wert auf qualitativ hochwertiges Material. Meine am häufigsten genutzten Marken sind Stabilo Carbothello®, Faber Castell Pitt Pastell®, Caran D´Ache Pastel Pencils® sowie Jaxell®, Rembrandt®, Schmincke®, Conté à Paris® und Sennelier®.
Verblender
Um weiche Übergänge oder subtile Hintergründe zu erschaffen, können die pudrigen und staubigen Farbpigmente, die lose auf dem Malgrund liegen, miteinander verblendet werden. Die Verblendung dient jedoch auch dazu, die Pigmente gezielt in die raue Oberfläche des Papiers einzuarbeiten. Dabei setzen sich die Farbpigmente in den Vertiefungen des Malgrundes fest und schaffen auf den erhabenen Strukturen wieder Platz für weitere Pigmentschichten. So können zahlreiche Farblagen übereinander aufgebaut werden, wodurch Tiefe, Licht und feine Details entstehen. Zum Verblenden der Farbpigmente eignen sich zum Beispiel kleine Schwämmchen, spezielle Papierwischer (Tortillons) oder für den direkten Kontakt mit den Motiven auch die eigenen Finger. In meinen Werken verwende ich je nach Motiv und Detailgrad häufig meine eigenen Finger oder Papierwischer zum Verblenden der Pigmente. Dies erlaubt mir einen direkten Kontakt mit meinen Motiven.
Passepartout & Rahmen
Pastellbilder sind extrem langlebig und können ihre Farbkraft fast unbegrenzt halten. Damit man sich an den leuchtenden Farben der Gemälde auch möglichst lange erfreuen kann, sind einige Dinge zu beachten. Das Bild sollte am besten hinter Glas eingerahmt werden. Da die losen Farbpigmente nur auf dem Malgrund aufliegen und ich kein Fixativ verwende, rahme ich meine Bilder zusätzlich mit einem weißen Passepartout ein. Das ist ein zugeschnittener breiter Rahmen aus Karton, welcher zwischen das Glas und das Gemälde gelegt wird. Dies hat zwei Vorteile. Zum einen verhindert das Passepartout, dass das Bild mit dem Glas in direkte Berührung kommt. Zum anderen rückt das Bild durch den Kontrast zum weißen Passepartout und dem schwarzen Rahmen verstärkt in den Fokus. Als Rahmen für meine großen Motive (30 x 40 cm) verwende ich mattschwarze Alu-Wechselrahmen mit Echtglas (40 x 50 cm). Der stabile Rahmen ist schlicht und elegant ohne von dem Motiv abzulenken. Ein echter Blickfang!
Der Entstehungsprozess meiner Gemälde

1. Motiv auswählen und zuschneiden
Meine Motive stammen i. d. R. entweder von eigenen Fotografien, Bildern von Auftraggebern oder von kostenlosen Bilddatenbanken, wie z. B. Pixabay. Damit ich das Motiv auf den Malgrund übertragen kann, muss das Format entsprechend zugeschnitten werden. Für meine Bilder verwende ich das Bildformat 30 x 40 cm, also ein Bildverhältnis von 3:4.

2. Malgrund wählen und an Tischstaffelei befestigen
Das von mir verwendete Pastellpapier gibt es in verschiedenen Farben. Je nach Motiv wähle ich einen passenden Farbton und klebe das Papier mit Malerkrepp an eine Kartonplatte an meine Tischstaffelei.

3. Grid einzeichnen und Motivskizze übertragen
Für den Übertrag des Motivs auf den Malgrund verwende ich die Grid-Methode. Dabei teile ich den Malgrund in neun gleichgroße Kästchen ein. Das eingezeichnete Gitternetz hilft dabei, die Umrisse und markanten Formen des Motivs frei auf das Papier zu übertragen. Mit dieser Methode wird das freie Zeichnen mit dem Pastellstift gefördert. Außerdem hilft es mir dabei, eine Verbindung zum Motiv aufzubauen.

4. Auftrag der unteren Farbschichten
Nachdem die groben Umrisse des Motivs zu Papier gebracht wurden, kommen die ersten Pastellkreiden zum Einsatz. Um dem Motiv eine Tiefe zu geben, belege ich zu Beginn die hellsten bzw. dunkelsten Stellen mit einer ersten dünnen Pigmentschicht. Das hilft mir bei der späteren Farbauswahl. Die Basis für realistische Kunstwerke ist eine ausgewogene Kombination von Licht und Schatten.

5. Einarbeitung der Details
Nachdem die unteren Farbschichten aufgetragen und nach Bedarf verblendet wurden, können die feinen Details mit den dünnen Pastellstiften eingearbeitet werden. Da Pastellpigmente eine hohe Deckkraft besitzen, arbeitet man bei den Details idealerweise von dunkel zu hell. Dadurch erhält das Motiv seine Tiefe und wirkt realistischer. Voraussetzung hierfür ist, dass die darunterliegenden Farbschichten kräftig genug, jedoch nicht zu dick aufgetragen wurden. Bei zu vielen oder zu dicken Pigmentschichten kann die raue Oberfläche des Papiers schnell übersättigt werden. Dann ist das Herausarbeiten von feinen Details kaum mehr möglich.

6. Signatur und Rahmung
Ist das Bild fertig gemalt, erhält es von mir noch die finale Signatur. Das Gemälde wird durch das Entfernen des Malerkrepps von der Staffelei gelöst und idealerweise direkt im Anschluss eingerahmt. Dazu wird es sorgfältig auf die Rückseite eines weißen Passepartouts geklebt und mit samt des Passepartouts in einem schwarzen Alu-Wechselrahmen eingerahmt. Meine Gemälde werden nicht mit Fixativsprays behandelt. Dadurch bleibt die Leuchtkraft erhalten und das Bild wirkt lebendiger.
Portfolio & Shop
In meinem Portfolio findest du eine Übersicht meiner schönsten Werke in Pastell.
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